www.aktiv-in-jedem-alter.de | Ausdruck vom 21.07.2017 02:40

Häufigkeit von Stürzen

ürze betreffen überwiegend alte und sehr alte Menschen. So stürzen etwa 30% der Menschen über 65 Jahre mindestens einmal pro Jahr. Bei Menschen über 80 Jahren liegt der Anteil sogar bei 40-50%. Am höchsten ist der Anteil sturzgefährdeter Personen jedoch in der Pflegeheimpopulation. Hier stürzen mehr als die Hälfte der BewohnerInnen mindestens einmal pro Jahr.

Glücklicherweise führt nicht jeder Sturz zu einer Verletzung. Bei ca. 10 % der Stürze muss jedoch mit medizinisch behandlungsbedürftigen Verletzungen gerechnet werden. Aber auch ohne äußerliche Verletzungen können Angst und sozialer Rückzug gravierende Folgen von Stürzen sein.

»Folgen von Stürzen

 

Risikofaktoren für Stürze

Eine Reihe von Faktoren tragen zu einer erhöhten Sturzgefährdung bei. Zu den wichtigsten gehören die Muskelschwäche, Schwierigkeiten bei der Körperbalance, kognitive Einschränkungen, Harninkontinenz oder eine eingeschränkte Sehfähigkeit. Umgebungsfaktoren wie z.B. Hindernisse oder ein nasser Fußboden können einen Sturz ebenfalls auslösen. Stürze haben aber in der Regel eine multifaktorielle Genese, d.h. es sind häufig gleich mehrere Faktoren am Sturzgeschehen beteiligt.

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Maßnahmen zur Prävention von Stürzen und zur Reduktion von sturzbedingten Verletzungen

In den vergangenen Jahren konnte vielfach gezeigt werden, dass Maßnahmen zur Sturzprävention in der Lage sind, die Anzahl von Stürzen zu reduzieren. Bei zuhause lebenden Personen waren insbesondere die Programme erfolgreich, die ein Kraft- und Balance-Training beinhalteten, welches hohe Anforderungen ans Gleichgewicht stellte und zweimal pro Woche über mindestens 6 Monate durchgeführt wurde. Im Pflegeheim waren dagegen Programme effektiv, die eine Kombination verschiedener Maßnahmen wie Kraft- und Balance-Training, Anpassung der Medikation und Anpassung der Umgebung beinhalteten. Wenn Sie sich für die einzelnen Komponenten der Programme interessieren, so finden Sie hier weitere Informationen:

»Kraft- und Balance-Training
»Anpassung der Medikation
»Sicheres Wohnen und Hilfsmittel

 

Trotz Sturzprävention lassen sich nicht alle Stürze vermeiden. Um die Schwere der Sturzfolgen (»mehr) zu vermindern wurden deshalb zusätzliche Maßnahmen entwickelt, die heute neben der Sturzprävention als eine weitere Möglichkeiten zur Vermeidung von Knochenbrüchen zur Verfügung stehen.
Hierzu gehören der Einsatz von »Hüftprotektoren, die Anpassung des Untergrunds (siehe oben: »Sicheres Wohnen und Hilfsmittel) und eine Beeinflussung der Knochendichte durch Prävention oder medikamentöse »Therapie der Osteoporose.

 

Werden verschiedene Maßnahmen zur Sturzprävention miteinander kombiniert, so spricht man von „multifaktoriellen Programmen“.

Hier finden Sie Informationen zu einem multifaktoriellen Programm, welches mittlerweile in vielen Pflegeheimen in Deutschland eingeführt wurde: »Ulmer Modell

 

 

Klassifikation von Interventionen zur Sturzprävention

Im Projekt »ProFaNE (Prevention of Falls Network Europe) wurde von rund 30 internationalen Experten aus Europa, USA, Neuseeland und Australien ein Klassifikationssystem zur Beschreibung und Planung von Interventionen zur Sturzprävention entwickelt. In einem mehrstufigen Prozess wurden hierfür die bestehende Literatur und bereits existierende Klassifikationssysteme einbezogen, Expertenbefragungen sowie strukturierte Konsensustreffen durchgeführt. Weitere Verbesserungen, insbesondere des zugehörigen Manuals, erfolgten im Rahmen einer internationalen Studie zur Überprüfung der Inter-Rater Reliabilität.

Das »Klassifikationssystem und das »Manual stehen ihnen hier in englischer Sprache zum Download zur Verfügung.

 

Wollen Sie das Klassifikationssystem verwenden, geben Sie bitte immer folgende Referenz an:

Lamb S., Becker C., Gillespie L., Robertson C., Cameron I., Rubenstein L., Todd C., Pfeiffer K. on behalf of the ProFaNE Group www.profane.eu.org (2007): Taxonomy to describe and conceptualise fall prevention interventions. Download: http://www.aktiv-in-jedem-alter.de

Ansprechpartner für Fragen zum Klassifikationssystem ist »Klaus Pfeiffer.

 

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